Warum Kunststoffdosen kein Investment sind und wie du es besser machen kannst

Kennst du diese Party´s, auf der diese supertollen Kunststoffdosen angepriesen werden?

Neben Dosen zum Einfrieren gibt es noch Dosen fürs Frischhalten, fürs Kochen, fürs Erwärmen,Trinkflaschen, Salatschüsseln etc.

Das Produktsortiment umfasst auch noch diverses Zubehör, alles aus Kunststoff.

Zum Einen stört mich, dass wir schon genug Müll produzieren, zum Anderen sind es die Preise.

Auf solchen Partys kostet eine Dose, in der ein Kilo Zucker Platz hat, gleich mal über 17 €. Finde ich ja schon saftig.

Aber wenn man sich das Geschäftsmodell dazu ansieht, weiß man, wie der Preis zustandekommt.

Beraterin: Jeder, der sich dazu berufen fühlt, kann Beraterin werden. Diese bekommt zu Beginn eine gewisse Anzahl von Produkten, die sie, sofern sie bei mehreren Partys die Beratung übernimmt, behalten kann.

Gastgeberin: Wenn du dich als Gastgeberin meldest und eine Party veranstaltest, bekommst du ab einem gewissen Bestellwert, diverse Geschenke oder auch vergünstige Produkte als Dankeschön.

Gast: Auch der Gast geht nicht leer aus. Sofern er Produkte über den Mindestbestellwert kauft, bekommt auch der Gast ein Geschenk.

Du siehst also, alle drei Beteiligten werden mit Geschenken belohnt. Kein Unternehmen verschenkt aber sein halbes Sortiment.

Deshalb die hohen Preise, auch wenn es offiziell heißt, auf den Sachen ist eine lebenslange Garantie. Von Erzählungen weiß ich aber, dass der Umtausch oftmals nicht so einfach und unkompliziert ist.

Was haben diese Dosen mit Geld zu tun?

Jede Menge. Denn ich kenne viele in meinem Bekanntenkreis, die fast monatlich auf solchen Partys sind. Und da es ja jedesmal Geschenke gibt, wird auch jedesmal fleißig eingekauft.

Da stellt keiner die Frage, ob man auch noch die 50igste Frischhaltedose braucht.

Bei einer Bestellung werden dann gleich mal hundert Euro oder mehr ausgegeben. Für Kunststoffdosen!

Viele von denen, die sich auf solchen Partys rumtreiben, könnten selbst einen Shop eröffnen, da sie manchmal das halbe Sortiment besitzen.

Erschreckend finde ich, wenn sie dann erzählen, dass sie die Dosen, Salatschüsseln oder Trinkflaschen gar nicht verwenden.

Warum sie diese Sachen nicht verwenden, weiß ich nicht.

Da wird gekauft, weil es was gratis gibt, und dann wird nichts davon benutzt und landet in einer Ecke.

Und dann erzählen genau diese Frauen, dass sie kein Geld haben für ihre Altersvorsorge.

Würde jede Frau, die einmal im Monat zu solch einer Party geht, ihr Geld in ETF´s investieren, hätte sie nach 10 Jahren eine ordentliche Summe beisammen.

Wenn eine Kunststoffdose 25 € kostet, macht das nichts, aber 25 €/monatlich für die eigene Pensionsvorsorge sind dann zu viel.

Kleines Rechenbeispiel: Wenn du jeden Monat 25 € in einen ETF einzahlst zu 4% Zinsen und das für 10 Jahre, erhältst du nach diesen 10 Jahren 3.679,87 €, davon 679,87 € Zinsen. Und das für diese kleine monatliche Sparsumme.

Die Geschichte mit den Kunststoffdosen kannst du jetzt auf alles umlegen, was du dir so kaufst, obwohl du es eigentlich gar nicht brauchst. Neben solchen Kunststoffdosen gibt es auch noch Kerzerlpartys, Schmuckpartys, Kosmetikpartys etc.

Dabei geht es mir nicht darum, ob der Preis gerechtfertigt ist, die Qualität oder auch das Geschäftsmodell gut ist.

Ich will lediglich aufzeigen, dass viele Geld ausgeben für Sachen die sie gar nicht brauchen oder nie benutzen.

Was du ändern kannst

Wenn auch du bisher immer jede Menge Geld für diese Kunststoffdosen ausgegeben hast, kannst du hier jede Menge Geld sparen.

Wenn du schon Plastikdosen verwendest, dann kannst du auch die leeren Plastikbehälter von leergegessener Eiscreme etc. verwenden. Ideal zum Einfrieren, wie man bei Eiscreme sieht.

Wenn du Aufbewahrungsmöglichkeiten für Mehl, Zucker etc. suchst, kannst du leere Einmachgläser von Marmelade, Essiggurkerl etc. verwenden. Kosten nichts und sehen schöner aus als Plastik.

Hast du schon mal den Film Plastic Planet gesehen? Nein? Dann schau dir den Film unbedingt an. Deine Kunststoffdosensucht wird ein schlagartiges Ende haben.

Es gibt schon genug Müll, wir müssen nicht noch unnötig mehr davon produzieren.

Nimm das Geld und leg es an! Glaub mir, du wirst in 20 Jahren froh darüber sein.

Wie du dein Geld besser investieren kannst

Wenn du dich jetzt selbst ertappt hast, dass du dir oft unnötiges Zeug kaufst, überlege dir, wie du dein Geld besser investieren kannst und später mehr davon hast.

Hier eine kleine Übersicht:

Aktien:

Eine Aktie ist ein Anteil an einem Unternehmen. Durch den Kauf von Aktien wirst du zum Mitinhaber (Aktionär) des Unternehmens.

Wenn das Unternehmen  mehr Wert wird, steigt auch der Wert deiner Aktie. Für deine Investition und dem damit verbundenen Risiko erhältst du eine jährliche Dividende.

Du kannst also Geld mit Aktien verdienen, indem du sie zu einem höheren Preis wieder verkaufst oder aber du kassierst jährlich die Dividenden.

Anleihen:

Anleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die auch Bonds genannt werden. Bei einem Kauf einer Anleihe überlässt du dein Kapital für einen festgelegten Zeitraum dem Herausgeber.

Du erhältst dafür Zinsen. Am Ende der Laufzeit bekommst du dein überlassenes Kapital wieder zurück. Herausgeber von Anleihen können beispielsweise Staaten oder Unternehmen sein.

Fonds:

Ein Fonds ist ein Topf, indem viele Anleger einen Teil ihres Vermögens hineinlegen. Mit diesem Kapital investiert ein Fondsmanager in verschiedenste Vermögenswerte wie beispielsweise in Aktien oder Anleihen.

Ein Fonds darf nur einen kleinen Prozentanteil des Kapitals in Wertpapiere eines einzelnen Unternehmens investieren. Dadurch wird das Kapital auf viele verschieden Aktien oder Anleihen aufgeteilt.

Durch diese Streuung (Diversifikation) wird das Anlagerisiko vermindert. Allerdings fallen hier hohe Gebühren für Kauf/Verkauf, Fondsmanager etc. an.

ETFs (Exchange Traded Funds):

ETFs sind passive Fonds. Sie bilden einen Vergleichsindex nach. Ein Vergleichsindex ist beispielsweise der ATX in Österreich.

Dieser bildet die 20 größten österreischischen Unternehmen ab. In Deutschland ist das der DAX (enthält 30 Unternehmen). Steigt oder sinkt der ATX, dann tut er dass, weil eine Aktie eines im ATX abgebildeten Unternehmens steigt oder sinkt.

Du kannst nun aber nicht in den ATX investieren, da dieser ja kein Unternehmen, sondern nur ein Index ist. Nun kannst du aber in ETF´s investieren, die genau diesen Index abbilden.

Also ein passiver Fonds, der genau die gleichen Unternehmen enthält wie der ATX. Investierst du in ETF´s, investierst du somit in 20 Unternehmen (ATX) gleichzeitig. Da ein ETF einen Index abbildet, braucht es keinen Fondsmanager.

Dadurch sind hier die Kosten geringer als bei einem Fonds. Weitere Vorteile sind die Transparenz und die breite Diversifikation.

Crowdinvesting:

Crowdinvesting gibt es erst seit 2013 in Österreich und heißt soviel wie Schwarmfinanzierung. Auf diversen Online-Plattformen kannst du in Unternehmen, Start ups oder Immobilien investieren.

Im Gegenzug für deine Investition erhältst du eine fixe oder auch variable Verzinsung. Entwickelt sich das Unternehmen positiv, bist du am Erfolg des Unternehmens durch Zins-, Gewinn- oder Exitzahlungen direkt beteiligt.

Nach einem festgelegten Zeitraum erhältst du dein eingesetztes Kapital plus der Zinsen wieder zurück.

Immobilien:

Du kannst dein Geld auch in eine Immobilie stecken und diese dann vermieten. Hier hast du  aber erstmal jede Menge Kosten.

Anschaffungs-, Sanierungs- und Finanzierungskosten. Hinzu kommen Kosten für Makler, Notar und Grunderwerbssteuer.

Durch die Mieteinnahmen kannst du diese Kosten begleichen. Ist der Kredit und die Kosten getilgt, hast du ein passives Einkommen.

Aktien kannst du schnell kaufen und verkaufen, was bei einer Immobilie nicht so einfach geht.

Jede dieser Anlagemöglichkeiten hat seine Vor- und Nachteile, die diesen Beitrag sprengen würden, deshalb werde ich hier noch eigene Beiträge dazu schreiben.

Mit dieser Übersicht habe ich dir gezeigt, dass es andere Möglichkeiten der Anlage gibt, als dein Geld in Kunststoffdosen und unnötigem Kram zu investieren.

In diesem Sinne hoffe ich, dass mich nie mehr jemand zu so einer Dosenparty einlädt;-)

Wie sieht das bei dir aus? Investiert ihr noch in Kunststoffdosen?


 

Haftungsausschluss:

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