Warum du den Unterschied zwischen Verbindlichkeiten und Vermögenswerten kennen musst

Hast du dir schon mal Gedanken gemacht, welche Vermögenswerte du besitzt?

Ok, zählen wir mal auf: Auto, Schuhe, Markenhandtaschen, Möbel, Eigenheim,….STOPP!

All diese Dinge sind Verbindlichkeiten und KEINE Vermögenswerte.

Momentmal? Die will mir erzählen, dass ich keine Vermögenswerte besitze? Ja, genau das will ich.

Und das ist auch genau das, warum viele von uns nicht vermögend sind. Weil wir den Unterschied zwischen Verbindlichkeiten mit Vermögenswerten nicht genau kennen.

Wir investieren in Verbindlichkeiten und wundern uns, warum wir nicht vermögend werden.

Robert Kiyosaki, hat in seinem Buch „Rich dad, poor dad*“ folgendes geschrieben:

„Reiche Menschen erwerben Vermögenswerte. Die Armen und die Angehörigen der Mittelschicht schaffen Verbindlichkeiten an, aber sie denken, dass es sich um Vermögenswerte handelt.“

Was genau er damit meint, schauen wir uns heute an. Dabei will ich dich gar nicht mit Rechnungswesen und Fachbegriffen nerven.

Die einzigen Begriffe, die du kennen musst, sind Verbindlichkeiten, Vermögen und Cashflow.

Was ist ein Cashflow?

Cashflow bedeutet Geldfluss und ist die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben innerhalb eines Zeitraumes.

Ist dein Cashflow im Plus, ist er positiv. Wenn er im Minus ist, dann ist er negativ. Dein Ziel sollte immer ein positiver Cashflow sein.

Beispiel: Du vermietest eine Immobilie und hast im Monat Juni Ausgaben in Höhe von 800 €. Deine Mieteinnahmen für den Monat Juni belaufen sich auf 1.000 €. Dein Cashflow beträgt somit 200 €.

Beachte: Der Cashflow ist nicht gleich Gewinn. Bei der Gewinnermittlung werden auch Aufwände, bei denen kein Geld „fließt“ berücksichtigt, wie etwa die Abschreibung von Anlagegütern.

Was sind Verbindlichkeiten?

Alle Sachen, die dich Geld kosten, aber nichts einbringen, sind Verbindlichkeiten. Verbindlichkeiten ziehen dir dein Geld aus der Tasche.

Du hast also einen Geldabfluss, dein Cashflow ist negativ.

Zu Verbindlichkeiten zählen Schulden, die selbst genutzte Immobilie, ein Auto, Möbel und Konsumgüter.

Sie kosten Geld in der Anschaffung und Instandhaltung. Und wenn du sie verkaufst, bekommst du viel weniger, als du bezahlt hast.

Nehmen wir als Beispiel das Auto. Du beschließt, dir ein neues Auto zu kaufen. Voller Freude über das neue Auto fährst du vom Platz des Händlers.

Während du die ersten Minuten in deinem neuen Wagen genießt, hat dein Auto bereits mehrere hundert Euro an Wert verloren. Das ist noch nicht alles, denn nun hast du auch noch laufende Ausgaben.

Jedes Jahr musst du zum Pickerl und zum Service fahren. Nach den ersten Jahren brauchst du neue Reifen und die ersten Reparaturen stehen an.

Achja, und Tanken musst du auch noch. Nebenbei verliert dein Auto immer mehr an Wert.

Dein Auto ist somit eine Verbindlichkeit, denn es kostet dich ständig Geld, anstatt dir Geld zu bringen. Deine Annahme, dass du einen Vermögensgegenstand besitzt, ist also falsch.

Genauso ist es mit dem Einfamilienhaus, indem du mit deiner Familie wohnst. Auch dein Eigenheim ist eine Verbindlichkeit.

Denn dein Haus kostet jeden Monat Geld. Denk mal an den Kredit, die Reparaturen, wenn neue Fenster fällig werden oder das Dach erneuert werden muss.

Das alles muss auch bezahlt werden. Aber laufende Einnahmen bringt dir dein Haus nicht. Es zieht dir also das Geld aus deiner Tasche.

Hier hast du einen negativen Cashflow. Deine Ausgaben übersteigen deine Einnahmen.

Wenn du dich jetzt fragst, warum die selbst genutzte Immobilie kein Vermögenswert ist, auch wenn es Banker und Freunde so sehen?

Weil es dir Geld aus der Tasche zieht. Fälschlicherweise wird das Eigenheim gerne als Vermögenswert gesehen.

Dies ist es allerdings erst, wenn du es verkauft, und dabei ein höherer Verkaufswert rauskommst, als deine Anschaffungs- UND Erhaltungskosten ausmachen. Und hier musst du den Kredit, die Zinsen, die laufenden Kosten und Instandhaltungskosten addieren.

Wenn du dein Haus teuerer verkaufst, als all diese Kosten ausmachen, ist es ein Vermögensgegenstand.

Angesichts der Abwanderung in die Städte, wird dein Einfamlienhaus in der Pampa eher weniger wert werden. Hier musst du oftmals froh sein, wenn du dein Haus zu einem günstigen Preis verkaufen kannst.

Was sind Vermögenswerte?

Im Gegensatz zu Verbindlichkeiten, die dir das Geld aus der Tasche ziehen, füllen Vermögenswerte deine Taschen mit Geld. Ein Vermögenswert ist eine Geldquelle.

Hier nehmen wir als Beispiel eine Immobilie, die du vermietest.

Obwohl eine Immobilie Geld kostet, in Form von Anschaffung und Instandhaltung, erzielst du jeden Monat Mieteinnahmen. Das heißt, die Immobilie bringt jeden Monat Geld in deine Geldbörse.

Zu den Vermögenswerten zählen zum Beispiel vermietete Immobilien, Aktien, Anleihen, ETF´s, geistiges Eigentum (Bücher, Bilder, Musik, Patente), Sparbuch, Tagesgeld, Unternehmen oder auch unternehmerische Beteiligungen.

Sie alle bringen dir Einnahmen in Form von Dividenden, Zinsen, Mieteinnahmen oder Lizenzgebühren.

Wenn du dich jetzt fragst, warum das Sparbuch dazu zählt, muss man sagen, dass dir dein Sparbuch Zinsen bringt, somit ist es ein Vermögenswert.

Ob es aufgrund der aktuellen Zinsen und Inflationsrate eine sinnvolle Geldanlage ist, ist ein anderes Thema.

Hier hast du einen positiven Cashflow. Der Geldfluss geht hin zu deinem Geldbeutel.

Vermögen ist somit alles, was du besitzt und passives Einkommen erzeugt.

Warum sind nicht mehr Menschen vermögend?

Der Unterschied zwischen Verbindlichkeiten und Vermögenswerten sollte dir nun klar sein, denn er ist nicht schwer zu verstehen. Warum sind aber so wenige vermögend, wenn der Grund dafür so einfach ist?

Obwohl der Unterschied zwischen Verbindlichkeiten und Vermögenswerten einfach zu verstehen ist, zählen viele ihr Eigenheim oder ihr Auto zum Vermögen.

Und genau hier unterscheidet sich die Denkweise von der Mittelschicht und den vermögenden Menschen.

Vermögende Menschen kennen den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten. Sie wissen, dass das Auto und das Eigenheim eine Verbindlichkeit ist.

Oftmals wohnen vermögende Menschen ewig in Mietwohnungen und Häuser und kaufen sich mit ihren Einnahmen immer wieder neue Vermögenswerte. Erst wenn ihr positiver Cashflow hoch genug ist, kaufen sie sich ein (teures) Auto oder ein Eigenheim.

Sie kaufen erst Verbindlichkeiten, wenn sie sich diese leisten können. Das heißt auch, dass sie keine Schulden machen, wenn sie Verbindlichkeiten erwerben.

Die Mittelschicht macht es genau anders rum. Zuerst wird in Verbindlichkeiten (Eigenheim) investiert. Hier zahlt man 30 Jahre für den Kredit, die Zinsen, Reparaturen und Instandhaltung.

Sie haben nichts, was ihnen laufende Einnahmen bringt, da sie ihr ganzes Geld in die Rückzahlung des Hauses stecken.

Im Gegensatz zu den Reichen, deren Taschen jeden Monat mit Geld gefüllt werden, zieht das Eigenheim der Mittelschicht jeden Monat das Geld aus der Tasche.

Sie müssen also immer weiter im Hamsterrad laufen, denn die Verbindlichkeit zieht ihnen ja immer wieder das Geld aus der Tasche.

Was hat die Konsumgesellschaft damit zu tun?

In der heutigen Zeit gilt es als ziemlich uncool, wenn man mit 18 Jahren kein (neues) Auto fährt und mit 30 noch in einer Mietwohnung lebt.

Man sieht all die schicken Autos, die neuesten Handys und Konsumartikel. Heutzutage belohnt man sich sofort.

Man spart nicht mehr, sondern kauft sich alles sofort. Mit der Gehaltserhöhung steigen auch die Ansprüche, denn man will sich für die ganzen Anstrengungen belohnen.

Die Mittelschicht kauft noch mehr Verbindlichkeiten, denn sie denken kurzfristig.

Vermögende Menschen dagegen denken langfristig und widerstehen der schnellen Befriedigung. Sie geben ihr Geld sehr gewissenhaft aus und investieren immer wieder in Vermögenswerte.

Dadurch schaffen sie sich zusätzliche Einnahmen und ihr Cashflow wird immer höher.

Viele Menschen, die stur und stetig in Vermögenswerte investieren und dass über viele Jahre durchziehen, können so die finanzielle Freiheit erreichen.

Wie sieht es bei dir aus? Kaufst du Verbindlichkeiten oder Vermögenswerte?

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