Crowdinvesting in Österreich: Welche Vor-und Nachteile gibt es beim Crowdinvesting

Im ersten Beitrag zum Thema Crowdinvesting habe ich erklärt, was das ist und wie es funktioniert.

Heute geht es um die Vorteile, die diese Anlageform hat, aber auch um die Risiken.

Denn wie schon angesprochen, haben Anlageformen mit hohen Renditen, auch immer ein hohes Risiko.

Zudem findest du eine Übersicht über österreichische Crowdinvesting-Plattformen und in welchen Bereichen sie tätig sind.

Warum solltest du überhaupt dein Geld in Crowdinvesting-Projekte investieren?

Das Geld auf dem Sparbuch mag zwar sicher sein, doch bei den heutigen Zinsen wird dein Geld durch die Inflation immer weniger wert.

Deshalb macht es Sinn, einen kleinen Teil deines Geldes in Crowdinvesting-Projekte zu investieren.

Crowdinvesting wird für Unternehmen immer wichtiger, da sie durch das Kapital der Crowd schneller wachsen und ihre Ideen rascher umsetzen können.

Und genau diese Chance auf Wachstum ist es Unternehmen wert, höhere Renditen zu bezahlen.

Die Renditen im Crowdinvesting liegen oft zwischen 4-8%.

Investierst du in ein sehr junges Start Up, das noch relativ unbekannt ist und das Wachstum noch vor sich hat, kannst du von deren Erfolg profitieren.

Stell dir vor, du bist am nächsten „Facebook“ beteiligt.

Du kannst auch in bestehende Klein- und Mittelbetriebe investieren. Diese haben schon erste Erfolge und wollen durch das Crowdinvesting  schneller wachsen oder ein neues Produkt auf den Markt bringen.

Unternehmen, die schon einige Jahre erfolgreich bestehen, sind risikoloser als Start Ups, da sie sich schon am Markt etabliert und erste Umsätze erzielt haben.

Um das Risiko zu streuen, kannst du auch noch in Immobilienprojekte investieren. Je mehr du dein Geld aufteilst, also diversifizierst, desto besser.

Ich habe schon im ersten Beitrag erklärt, dass es wichtig ist, dein Geld nicht nur in ein Projekt zu stecken, sondern immer auf mehrere Projekte aufzuteilen.

Hast du in 10 Projekte je 500 € investiert und ein Projekt stellt sich als Flopp heraus schmerzt es weniger, als wenn du 5.000 € in ein Projekt gesteckt hast, dass pleite geht.

Für manche mag es mühsam sein, die ganzen Plattformen nach interessanten Investitionen zu durchstöbern.

Ich allerdings finde das richtig spannend. Die Ideen, die Personen hinter dem Unternehmen und deren Visionen finde ich sehr interessant.

Mir macht es richtig Spaß, nach neuen Investitionsmöglichkeiten zu suchen. Denn du suchst dir deine Projekte, in die du dein Geld investieren willst, selbst aus.

Und das Beste: Du kannst schon mit kleinen Beträgen in spannende Unternehmen investieren.

Es gibt Plattformen, ab denen man ab € 250 investieren kann. Andere Plattformen wiederrum machen eine Investiton erst ab 1.000 € möglich.

Welche Risiken hat Crowdinvesting?

Die Chance eines Investments mit hohen Renditen, wie sie im Crowdinvesting zu finden sind, ist auch mit Risiken verbunden.

Denn investierst du in ein Start Up, dessen Idee scheitert, verlierst du dein Geld. Es kann also zum Totalausfall kommen.

Den hohen Renditen steht immer auch ein hohes Risiko entgegen.

Achtung: Investiere nie Geld, auf das du angewiesen bist und das dich im Falle eines Totalausfalls in finanzielle Schwierigkeiten bringen kann.

Wie kann ich die Risiken minimieren?

Jedes Investment birgt Risiken und niemand kann dir garantieren, dass ein Projekt erfolgreich wird.

Du kannst zwar nie alle Risiken ausschalten, aber du kannst sie minimieren.

  • Wie schon erwähnt, achte darauf, dass du nur einen kleinen Teil deines Geldes in Crowdinvesting  steckst.
  • Investiere nur Geld, dass dich bei einem Totalverlust in keine finanziellen Schwierigkeiten bringt.
  • Achte auf eine ausreichende Diversifikation. Das heißt, dass du dein Geld auf verschiedene Projekte aufteilst.
  • Investiere nicht alles in Start Ups, sondern auch in bestehende Unternehmen und Immobilienprojekte.
  • Nicht nur in Crowdinvestin-Projekte, sondern auch in weitere Anlageformen (ETF´s, Aktien, Immobilien,…) investieren.

Auf welchen Onlineplattformen kann ich mein Geld in Crowdinvesting-Projekte investieren?

Über Onlineplattformen kannst du in Crowdinvesting-Projekte investieren. Die Plattform bringt Unternehmen und Investoren zusammen.

Die Investoren finden auf der Plattform die nötigen Informationen, Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse zu den einzelnen Projekten.

Sobald du dich registrierst hat, kannst du alle Informationen einsehen, Projekte auswählen und investieren.

In Österreich hat die Wirtschaftskammer (WKÖ) ein Gütesiegel eingeführt. Dieses Gütesiegel ist freiwillig und wird an jene Crowdinvesting-Plattformen vergeben, welche sich den Standes- und Ausübungsregeln der WKÖ verpflichten.

Jene Plattformen, die das Gütesiegel führen, verpflichten sich zu jährlichen Weiterbildungsmaßnahmen, zur umfangreicheren Informationserteilung gegenüber ihren Investoren und zu stärkeren Transparenzregeln.

Das Gütesiegel ist freiwillig und sagt lediglich aus, dass die Plattform die Standes- und Ausübungsregeln einhält.

In Österreich gibt es 14 Crowdinvesting-Plattformen, die berechtigt sind, das Gütesiegel zu tragen:

(Quelle: WKÖ, Stand 31.01.2017)

Es gibt auch noch weitere Plattformen, z.B. aus Deutschland, auf denen du ebenfalls investieren kannst. Da ich mich bisher nur auf die österreichischen Plattformen konzentriert habe, habe ich auch nur diese aufgelistet.

Achte bei der Auswahl der Plattform immer darauf, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen (siehe Teil 1) eingehalten werden.

Im dritten Teil habe ich dann einen kleinen Leitfaden für die Analyse von Crowdinvesting-Projekten und Erklärungen zu einzelnen Begriffen.


Haftungsausschluss:

Alle genannten Anlagemöglichkeiten sind mit einem gewissen Risiko behaftet. Die Informationen stellen keine Anlageberatung oder Empfehlung dar. Sämtliche Inhalte auf der Webseite dienen der Bildung und Veranschaulichung. Jede Leser/in handelt eigenverantwortlich.  Daher übernehme ich keine Haftung für Anlageentscheidungen, die jemand auf Grundlage dieser Webseite zur Verfügung gestellten Information trifft. Alle Inhalte auf dieser Webseite werden nach besten Wissen und Gewissen meinerseits erstellt, die Weitergabe erfolgt jedoch ohne Gewähr. Ich übernehme keine Haftung für die Aktualität, Vollständigkeit und Richtigkeit des Inhalts der angeführten Informationen.

2 Comments on “Crowdinvesting in Österreich: Welche Vor-und Nachteile gibt es beim Crowdinvesting”

  1. Vielen Dank für den tollen Überblick über den österreichischen Crowdlending-Markt.
    Ich bin ein großer Fan von diesem Finanzierungskonzept. Im Bereich Crowdlending bin ich (noch) nur als Immobilien-Investor (EstateGuru, Zinsland) unterwegs.

    Wie du schon gesagt hast, sind die Risiken (Totalverlust) nicht zu unterschätzen. Auch dein Hinweis nur mit kleinen Beträgen zu arbeiten, kann ich nur bestätigen und ebenfalls dazu raten.

    Ich bin noch im Bereich der P2P Kredite unterwegs (https://hobbyinvestor.de/der-grosse-p2p-vergleich/). Hier wird hauptsächlich in Verbraucherkredite investiert. Die Risiken sind, meiner Meinung nach, identisch. Die Rendite ist aber etwas verlockender. Nach über einem Jahr liegt meine Rendite, je nach Plattform, zwischen 11% und 14% p.a. (vor Steuern).

    Schöne Grüße
    Sebastian

    1. Hallo Sebastian,
      ich finde diese Finazierungsform auch richtig interessant. Es bietet einfach neue Möglichkeiten, um sein Geld zu investieren. In P2P-Kredite habe ich bis dato noch nichts investiert, aber ein Thema das ich mir demnächst ebenfalls genauer ansehen werde. Danke für deinen Hinweis dazu. Deine Renditen finde ich ja spannend, die können sich sehen lassen.:-)

      Beste Grüße
      Manuela

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