Raus aus dem Hamsterrad

Nachdem du am Montagmorgen um 6 Uhr früh bereits 3 mal auf die Schlummertaste deines Weckers gedrückt hast, quälst du dich aus dem Bett und wandelst wie ein Zombie durch deine Wohnung ins Bad.

Frustriert blickst du in den Spiegel, weil schon wieder Montag ist und du wieder in die Arbeit musst. Der drehende Bürostuhl ist dabei das Highlight des Tages, denn dein Job interessiert dich genauso viel wie der Sack Reis, der in China immer umfällt. Nachdem du um 17:00 endlich das Büro verlassen darfst, beginnt der Freizeitstress.

Noch schnell eine Runde Shoppen in der City, denn ein wenig Belohnung kann nicht schaden. Danach gehts weiter ins Fitnessstudio und hinterher noch auf einen Drink mit Freunden. Nachdem du endlich zu Hause bist, noch schnell eine Fertigpizza reingestopft und nebenbei den Haushalt machen.

Wenn du dann irgendwann mal auf der Couch landest, siehst du in der Werbung diese neuen Schuhe. Schuhe! Die musst du haben.

Noch schnell im Internet bestellt, bevor du es wieder vergisst. Am nächsten Tag das ganze wieder von vorne.

Mitte des Monats merkst du dann, dass das Geld schön langsam knapp wird. Um das Leben auch den restlichen Monat noch genießen zu können (man lebt ja schließlich nur einmal) überziehst du das Konto.

Du arbeitest noch mehr um deinen Konsumkredit zurückzuzahlen und noch mehr zu konsumieren. Und so dreht sich das Hamsterrad. Tag für Tag.

Erkennst du dich in dieser Geschichte? Hast du oftmals die Schnauze voll? Wenn du dir auch immer öfter die Sinnfrage stellst, wird es Zeit etwas zu ändern.

Auch ich stelle mir in letzter Zeit immer öfter die Frage, ob das schon alles war.

Ich habe einen 9-5 Job, dazu noch einen kleinen Nebenjob. Beide Jobs kosten mir unendlich viel Zeit und Energie. Ich bin ein Mensch, der wirklich gerne und auch viel arbeitet, sofern die Arbeit Spaß macht.

Allerdings frage ich mich immer öfter, ob das alles ist? Ob es die nächsten 40 Jahre so weitergeht?

Bis ich mit 65 endlich in Pension gehen darf und dann hoffen muss, noch gesund zu sein, um all die Dinge zu tun, für die jetzt keine Zeit ist.

Ich habe mir bereits viele Gedanken dazu gemacht und ja, auch ich träume wie viele andere von einem unabhängigen Leben, dass ich nach meinen Vorstellungen lebe. Um dies möglich zu machen ist es wichtig, finanziell frei zu sein.

Die finanzielle Freiheit ist für mich ein langfristiges Projekt, das mit der richtigen Planung, Risiko, Einsatz und Durchhaltevermögen möglich ist.

Ich hab mir viele Gedanken dazu gemacht und mir viele Fragen gestellt wie ich mein Ziel der finanziellen Freiheit erreichen kann. Diese habe ich hier nun auch für dich aufgeschrieben.

Was ist dein Motiv? Warum willst du finanziell frei sein?

Warum willst du das Hamsterrad verlassen? Was sind die Gründe dafür? Willst du flexibel sein? Wo willst du leben?

Was stört dich an deiner momentanen Situation? Wie sieht dein idealer Tag aus? Was willst du den ganzen Tag machen, wenn du das Hamsterrad verlassen hast? Was macht dich glücklich?

In welchen Momenten und mit welchen Menschen bist du glücklich? Denk daran, echte Glücksmomente haben selten etwas mit Konsum zu tun. Was brauchst du um glücklich zu sein?

Beschreibe deinen idealen Tag so detailliert wie möglich.

Erst wenn du diese Frage beantworten kannst, hast du ein Ziel auf das du hinarbeiten kannst. Ohne diesem Ziel weißt du nicht, in welche Richtung du gehen musst. Du treibst einfach vor dich hin.

Es ist wichtig, dass du weißt, warum du das Hamsterrad verlassen und wie du leben willst. Finde heraus, was für dich Freiheit bedeutet. Schreibe deine Antworten auf einen Zettel nieder.

Wie sieht dein Plan aus? Was ist das Ziel und wie willst du es erreichen?

Du weißt wie dein perfekter Tag ausschauen soll. Somit hast du ein Ziel auf dass du hinarbeiten kannst.

Formuliere es so detailliert wie möglich. Bis wann willst du dein Ziel erreicht haben? Was musst du tun, um dieses Ziel zu erreichen? Wie gehst du vor? Was sind deine Schritte? Welche Zwischenziele hast du? Mache dir deinen eigenen Plan, wie du vorgehen wirst, um dein Ziel zu erreichen.

Mache dir Zwischenziele. Schreibe alle nötigen Schritte auf. Denke und lebe jeden Tag für dein Ziel. Arbeite fokussiert darauf hin.

Beispiel:

Ziel: Mit 40 Jahren finanziell frei sein.

Nötige Schritte: Jedes Jahr 50% meiner Einnahmen sparen. Mein Einkommen um 10% erhöhen. Mein Geld durch Aktien, ETF´s vermehren. Zusätzliche Einkommensquellen schaffen.

Zwischenziele: Bis Ende 2017 all meine Schulden tilgen.

Bis Ende des Jahres 15.000 € sparen und in ETF´s investieren.

Was ist dein finanzieller Status Quo? Welche Verpflichtungen hast du? Wie kannst du dir Rücklagen schaffen?

Setze dich mit deiner momentanen finanziellen Situation auseinander und schau, was du sofort ändern kannst. Hast du Schulden? Wie hoch sind deine Fixkosten? Hast du ein finanzielles Polster. Wie sieht deine Altersvorsorge aus?

Fange an, dich von deinen finanziellen Verpflichtungen zu lösen. Wenn du Konsumschulden hast, tilge sie und mach keine neuen Schulden.

Kündige Zeitschriftenabos, Verträge die du nicht mehr benötigst. Überlege dir, welche Versicherungen du brauchst, und welche du auflösen kannst.  Umso weniger finanzielle Verpflichtungen du hast, umso schneller erreichst du dein Ziel.

Versuche deine Verbindlichkeiten auf ein Minimum zu reduzieren. Schnapp dir deinen Ordner, erfasse deine fixen Ausgaben und schaue, wo du welche Kosten eliminieren kannst.

Wenn du noch keine finanziellen Rücklagen hast, fange sofort an zu sparen und dir ein finanzielles Polster zu schaffen.

Denn finanzielle Rücklagen geben Sicherheit und sind die Grundlage der finanziellen Freiheit. Indem du dir einen finanziellen Überblick geschaffen hast, kannst du dir finanzielle Rücklagen bilden, indem du dein Konsumverhalten in Frage stellst.

Was brauchst du wirklich? Worauf kannst du verzichten? Wo kannst du sparen, wie kannst du mehr Geld verdienen?

Wie viel kannst du im Monat sparen. Fange so schnell als möglich an, dir einen finanziellen Schutz aufzubauen.

Wo findest du Unterstützung?

Es gibt genug Menschen, die deinen Weg kritisieren und versuchen werden, dir deinen Weg auszureden.

Such dir Unterstützung von Menschen, die dir helfen und dich unterstützen. Suche Menschen, die den Weg aus dem Hamsterrad bereits geschafft haben und lerne von ihnen. Such dir einen Mentor oder Coach, die dich auf deinem Weg begleiten.

Umgib dich mit Menschen, die das gleiche Ziel haben und dir Tipps geben können.

Ich finde in meinem Umkreis keine Unterstützung und stoße hier auf viel Kritik. Daher spreche ich das Thema auch gar nicht erst an.

Ich lese dazu viele Blogs von Leuten, die es bereits geschafft haben oder weiter sind als ich. Wie haben sie es gemacht? Was kann ich daraus lernen. Wie kann ich es machen?

Was sind deine Leidenschaften? Wie sieht deine berufliche Zukunft aus? Womit willst du Geld verdienen?

Was machst du gerne? Was könntest du den ganzen Tag machen, ohne dabei auf die Uhr zu schauen? In welchen Aufgaben verlierst du dich? Lass dir hier Zeit. Wenn du nicht weißt, was deine Leidenschaft ist, probiere so viel wie möglich aus.

Macht es dir Spaß bleibe dabei. Schau, ob es dir nach einiger Zeit noch immer Spaß macht oder es dich langweilt.

Ich habe schon vieles ausprobiert und wieder verworfen. Wenn du es jedoch gar nicht erst ausprobierst und versuchst, wirst du nicht wissen, was dir Spaß macht.

Kannst du mit deiner Leidenschaft Geld verdienen? Wie kannst du damit Geld verdienen? Willst du dich selbständig machen oder angestellt sein?

Wenn du dich selbständig machen willst, beginne damit in deiner Freizeit. Recherchiere im Internet, suche nach Möglichkeiten wie du Geld verdienen kannst. Entwickle ein Produkt.

Du musst nicht zwangsweise selbständig sein, allerdings eröffnet dir die Selbständigkeit viele Möglichkeiten.

Vielleicht willst du dich erstmal nebenberuflich selbständig machen und ein Business aufbauen. Welche Möglichkeiten gibt es, dir ein passives Einkommen aufzubauen?

Was wäre das Worst-Case-Szenario?

Der letzte Punkt behinhaltet das Worst-Case-Szenario. Frage dich, was das Schlimmste wäre, was passieren könnte, wenn du kündigst, dich selbständig machst und damit scheiterst?

Österreich hat ein sehr gutes Sozialsystem, welches dich erstmal auffängt. Du müsstest weder auf Straße schlafen noch verhungern.

Im schlimmsten Fall bist du um viele Erfahrungen reicher und müsstest dir einen neuen Job suchen. Bevor du es nicht versuchst, wirst du nicht wissen, ob du es schaffst.

Wenn du dich in der Geschichte am Anfang wiedergefunden hast und du dir die Sinnfrage stellst, solltest du anfangen, dein Leben zu verändern.

Ich will dir hier keine Märchen erzählen, wie einfach das alles ist, ganz im Gegenteil. Ich befinde mich gerade mitten drinnen und will raus aus diesem Hamsterrad.

Das es nicht einfach wird, ist klar. Wichtig ist, nie das Ziel aus den Augen verlieren, lernen mit Rückschlägen umzugehen und immer wieder aufzustehen.

Ich kann dir nur empfehlen, die oben genannten Fragen schriftlich zu beantworten. Denn nur so beschäftigst du dich wirklich damit.

Solange du die Fragen nur im Kopf durchgehst, wirst du nie eine konkrete Antwort finden. Schreibe dir deinen Plan für dein Projekt „Raus aus dem Hamsterrad“ auf.

Ich habe mir ein leeres Buch zugelegt, in dem ich all diese Fragen und meine Antworten aufschreibe.

Dadurch, dass ich es schon mal schriftlich habe, habe ich bereits einen Schritt gemacht. Und täglich mache ich kleine Schritte.

Auch wenn deine Schritte noch so klein sind, du überrundest damit jeden, der gar nichts tut.

Es bringt nichts, wenn du unglücklich bist und dein Leben so akzeptierst. Noch nie zuvor hatten wir so viele Möglichkeiten wie heute.

Fang an, deinen Hintern hoch zu kriegen und dein Leben nach deinen Wünschen zu formen. Wenn du heute nicht anfängst, wirst du es morgen bereuen nicht deinen Wünschen gefolgt zu sein.

Deshalb habe ich diese Seite ins Leben gerufen. Ich will dir zeigen, wie ich Schritt für Schritt vorgehe, was du aus meinen Fehlern lernen kannst und wie ich es schaffen will und werde, das Hamsterrad zu verlassen.

Willst du auch raus aus dem Hamsterrad oder hast den Absprung bereits geschafft? Welche Schritte bist du gegangen bzw. hast du als nächstes geplant?

2 Kommentare zu „Raus aus dem Hamsterrad“

  1. Hi Manuela,
    super Artikel! Ich finde es wichtig, sich mit der Frage zu beschäftigen: Warum will man eigentlich „raus aus dem Hamsterrad“. Ich glaube es ist gar nicht so einfach, eine Antwort darauf zu finden. An sich finde ich Arbeiten gar nicht schlimm, und es macht (zumindest mir) an den meisten Tagen auch Spaß. Dennoch frage ich mich genau wie du, soll es das jetzt für die nächsten 40 Jahre gewesen sein? Irgendwie hatte ich mir mein Leben anders vorgestellt. Aber wie? Das ist die Crux…ich hoffe, dass du durch deinen Blog bzw. die Finanzblogger Community die Unterstützung und Motivation findest, die du im Freundes-/Bekanntenkreis aktuell nicht hast. Ich lese ab sofort mit :)

    1. Hallo Finanz-Philosophin,
      da hast du vollkommen Recht, dass man sich mit dem Warum beschäftigen musss. Wenn man nicht weiß, warum man raus will aus dem Hamsterrad, wird man auch nicht durchhalten. Ich arbeite auch gerne und viel, dennoch will ich es keine 40 Jahre so machen, da das Leben noch so viele weitere Sachen bereit hält.

      Schöne Grüße
      Manuela

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