Mein Weg in die finanzielle Freiheit

Im heutigen Beitrag möchte ich über meinen Weg in die finanzielle Freiheit schreiben. Angelehnt ist dieser Artikel an die Blogparade von Pascal vom Blog fyoumoney.de, die bereits zu Ende ist. Dennoch habe ich mir ebenfalls Gedanken dazu gemacht und möchte diese heute mit dir teilen.

Während ich diesen Artikel geschrieben habe, wurde mir bewusst, wie lange ich den Traum der finanziellen Freiheit schon verfolge. Auch wenn ich noch lange nicht am Ziel bin, ist es doch interessant, wie der Weg bisher verlaufen ist.

Motivation des Vermögensaufbaus

Um meine Motivation für den Vermögensaufbau nachzuvollziehen ist ein Blick in die Vergangenheit nötig. Der Grundstein dafür liegt in meiner Kindheit.

Als eines von vier Kindern bin ich auf einem kleinen Bio-Bauernhof in der Pampa groß geworden. Und wie du dir denken kannst, kann man heutzutage schwer von einer Landwirtschaft leben, sofern sie nicht überdimensional groß ist.

Obwohl ich die Kindheit auf dem Lande nicht missen will, mussten meine Eltern und wir Kinder viele Entbehrungen hinnehmen. Obwohl es uns nie am Nötigsten fehlte und wir auch auf diversen Schulveranstaltungen dabei sein durften, gab es keinen Luxus – keine Markenklamotten und keine Urlaube. Das reichte aus, um in der Schule zum Außenseiter zu werden.

Nachdem sich zu Schulzeiten oft Neid bei mir eingestellt hatte, wurde mir klar, dass mich Neid nicht weiter bringt, sondern ich meinen Blickrichtung ändern musste. Ich habe angefangen, Bücher zum Thema Persönlichkeitsentwicklung zu lesen. Aus Neid entwickelte sich Ehrgeiz.

Ich wollte meine Situation nicht dem Schicksal überlassen und nahm es selbst in die Hand. Zu diesem Zeitpunkt kannte ich den Begriff der finanziellen Freiheit noch nicht.

Meine Großmutter predigte mir immer schon, wie wichtig sparen ist. Was sie mir leider nicht beibringen konnte, war, wie ich mein verdientes Geld anlege. Da sie selbst in Armut aufgewachsen ist, war es ihr wichtig, dass ich einmal ein besseres Leben habe.

Noch heute gibt sie mir wertvolle Ratschläge und ich bin dankbar für alles, was sie mir bis jetzt beigebracht hat. Meine Oma ist wie eine gute Freundin für mich. Ihre Erfahrungen haben mich schon vieles in meinem Leben gelehrt und mich auch vor so manchem Fehler bewahrt.

Ich denke, die Armut, die meine Großmutter erlebt hat, ist auch der Auslöser für mein Ziel der finanziellen Freiheit.

Ich will mir keine Sorgen machen müssen, wie ich über die Runden komme und trotz harter Arbeit nicht genug Geld zu haben. Ich will weder von meinem Partner noch von Arbeitgeber oder Staat abhängig sein. Ich will meine Entscheidungen nicht vom Kontostand abhängig machen müssen.

Finanzielle Freiheit ermöglicht mir, sorglos zu sein und nicht ständig über Geld nachdenken zu müssen, ob und wie ich mir etwas leisten kann. Ich will mein Leben so gestalten, wie ich es mir vorstelle und nicht aufgrund finanzieller Abhängigkeit einschränken zu müssen.

Glaubenssätze und Persönlichkeitsbildung

In meiner Familie und Verwandtschaft haben bis auf wenige Ausnahmen alle einen Handwerksberuf, das heißt, es gibt niemanden, der ein Studium oder eine höhere Ausbildung hat. Ich schätze Handwerksberufe, mir ist jedoch aufgefallen, dass fast alle in meiner Familie der Meinung sind, dass man nur durch harte Arbeit reich werden kann. Auch ich bin so erzogen worden.

Als ich als eine der ersten in meiner Familie einen Bürojob wählte und gleichzeitig die Matura im Abendstudium nachholte, musste ich mir oft genug anhören, dass ich nichts arbeite für mein Geld. Ja so unsinnig sich das anhört, Angestelltenjobs hatten bis vor wenigen Jahren in meiner Familie einen bitteren Beigeschmack.

Mittlerweile ändert sich diese Einstellung schon langsam. Ich schätze Handwerksberufe, nur die Einstellung dazu gefällt mir nicht. Ich glaube, dass ist auch der Grund, warum so viele dem Investieren gegenüber negativ eingestellt sind. Weil man dafür nicht hart arbeitet.

In meiner Familie herrschen viele negative Glaubenssätze zu Geld. Und diese negativen Glaubenssätze waren mir lange nicht bewusst.

Aus diesem Grund bin ich in das Hamsterrad geflüchtet.

Während meiner Schulzeit habe ich die gesamten Ferien immer gearbeitet. Neben meiner Ausbildung in einer Steuerberatungskanzlei, machte ich Kurse im Bereich Buchhaltung und Lohnverrechnung.

Nachdem ich meine Ausbildung fertig hatte, holte ich die Matura (Abi in Deutschland) in Abendlehrgängen nach. Ich wechselte in eine andere Firma in die Buchhaltungsabteilung, wo ich auch heute noch bin. Daneben habe ich noch einen kleinen Nebenjob.

Erst 2016 wurde mir so richtig bewusst, dass ich meine Finanzen zu 100 Prozent selbst in die Hand nehmen muss und neben Geld sparen und Geld verdienen auch Geld investieren muss.

Dazu fällt mir ein, dass ich mal im Büro meines Bankberaters saß und dort ein Zettel hing, auf dem stand:

„Arbeite nicht für dein Geld, sondern lass dein Geld für dich arbeiten.“

Und genau das war, was ich wollte. Das mein Geld für mich arbeitet. Ich fing an Finanzblogs zu lesen, kaufte mir Finanzbücher und fing an, mich mit dem Thema investieren auseinander zu setzen. Ich wollte ab sofort mein Geld für mich arbeiten lassen.

Auch an meinen Glaubenssätzen arbeite ich täglich. Auch wenn mein Weg in die finanzielle Freiheit noch lange ist und ich erst am Anfang stehe, bin ich froh, meine Finanzen selbst in die Hand genommen zu haben.

Mittlerweile hab ich ein gutes finanzielles Polster. Somit muss ich mir keine Sorgen machen, falls ich arbeitslos werde oder meine Waschmaschine kaputt geht.

Neue Wege gehen

Ich brauchte lange, bis  ich endlich ins investieren angefangen habe, was auch daran liegt, dass ich oft Zweifel hatte. Wie schon erwähnt, gibt es in der Familie keinen, der sich mit dem Investieren beschäftigt und gegenüber Aktien sind viele negativ eingestellt. Ich habe einige Fehler gemacht, was mein Geld angeht.

Über Fehler zum Thema Geld habe ich diesen Beitrag geschrieben.

Je mehr ich lese und mich finanziell weiterbilde, desto sicherer werde ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Ich orientiere mich nicht mehr am Durchschnitt, sondern an denen, die das bereits geschafft haben, was ich erreichen will.

Wie schon erwähnt, habe ich von klein auf gelernt zu sparen. Wir hatten oft nur das Nötigste und Urlaube waren mir in meiner Kindheit fremd. Mittlerweile gönne ich mir bewusste Auszeiten und Urlaube, aber alles in einem angemessenen Rahmen.

Ich habe viele Möglichkeiten verstreichen lassen und lange gewartet und gehofft, dass sich jemand um meine Finanzen kümmert. Ich habe versucht, mich davor zu drücken und gehofft, ich würde im Lotto gewinnen;-).

Heute weiß ich, dass ich selbst für mein Geld verantwortlich bin, mich Bildung, Disziplin, Fleiß und Ehrgeiz an mein Ziel bringen werden.

Auch wenn ich im Familien- und Freundeskreis auf wenig Interesse stoße und ich eher angelächelt werde, werde ich meinen Weg gehen. Viele glauben, mit einem Crash (der kommen wird) werde ich mein Geld verlieren und dann wäre ich froh, wenn ich es am Sparbuch liegen gelassen hätte.

Mittlerweile weiß ich, dass ich gegen die Masse schwimmen muss, um meine Ziele zu erreichen.

Das es noch ein langer Weg werden wird, ist mir bewusst. Dass er leicht ist, hat niemand gesagt. Mit jedem noch so kleinen Schritt in die finanzielle Freiheit überhole ich jeden, der gar nichts tut.

Anhand meiner persönlichen Geschichte möchte ich allen Mut machen, die noch ganz am Anfang stehen und vielleicht nicht wissen, wie es finanziell weitergeht. Deshalb schreibe ich auch diesen Blog, um meine Geschichte, meine Erfahrungen, Höhen und Tiefen festzuhalten und  motiviert zu bleiben und auch dich zu motivieren, dass jeder noch so kleine Schritt zählt.

Morgen wirst du froh sein, heute angefangen zu haben.

12 Kommentare zu „Mein Weg in die finanzielle Freiheit“

  1. Hallo Manuela,
    ein toller und vor allem sehr persönlicher Artikel, tiefe Einblicke in deine Familie gewährt und den von dir eingeschlagenen Weg nachvollziehbar macht!
    Für diesen Weg möchte ich dir weiterhin alles Gute wünschen :)

    Beste Grüße
    Vincent

  2. Huhu Manuela,
    ich konnte mich in deiner Lebensgeschichte gut wieder finden. Vor allem mein Vater hält Investoren für Verbrecher. Immerhin konnte ich meinen Bruder zu ETFs führen. Meine Mutter liest nun sogar meinen Blog.

    Liebe Grüße
    Jenny

    1. Hallo Jenny,
      die Aussage „Investoren sind Verbrecher“ kommt mir ziemlich bekannt vor und kenn sie auch aus meinem Umfeld. Zum Glück schenke ich solchen Aussagen wenig Bedeutung, da ich gerne hinterfrage und mir selbst ein Bild mache. Ich denke, unsere Geschichten (deine habe ich auch gelesen;-)) zeigen auch sehr gut, dass es egal ist, in welchem Umfeld man aufgewachsen ist. Wichtig ist, dass man irgendwann anfängt, seine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen und Glaubenssätze aus der Familie zu hinterfragen.
      Bei meiner Familie muss ich da noch etwas Überzeugungsarbeit leisten;-)
      Beste Grüße
      Manuela

  3. Hallo Manuela,

    hab gerade deinen Blog entdeckt, als ich bei Vincent mal wieder gelesen habe. Sehr persönlicher Artikel, gefällt mir wahnsinnig gut.
    Du bist aus Niederösterreich? da sind wir schon zu zweit, bin aber fast an der Grenze zur Steiermark, im Bezirk Neunkirchen. :)

    Ein Satz in deinem Beitrag hat mir besonders gut gefallen:
    „Mittlerweile weiß ich, dass ich gegen die Masse schwimmen muss, um meine Ziele zu erreichen.“

    Das ist genau das womit ich mich auch 100 Prozentig identifizieren kann. Wenn etwas jeder macht, und alle die gleich miesen Ergebnisse erzielen, muss man sich trauen einen anderen Weg einzuschlagen.

    Viel Erfolg wünsche ich weiterhin!

    mfG Chri

    1. Hallo Chri,
      das find ich super, andere österreichische Finanzblogger kennenzulernen. Bin aus dem Bezirk Amstetten.

      Wenn alle ihr Geld am Sparbuch liegen haben und keiner davon ist reich, dann kann da was nicht stimmen. Ich hinterfrage und versuche für mich neue Wege zu finden, anstatt blind der Masse zu folgen. Viele hinterfragen nicht, sondern machen es so, wie es immer war oder wie es alle machen. Und dann erreicht man auch nur die Ergebnisse wie alle anderen.

      Dankeschön und schöne Grüße

      Manuela

  4. Hallo Manuela,
    du hast einen sehr motivierenden Beitrag geschrieben.
    Wer das Ziel der finanziellen Freiheit erreichen will, muss seine Einstellung grundlegend ändern und lernen, dass „gegen den Strom schwimmen“ genau der richtige Weg ist!

    Viel Erfolg auf deinem Weg.
    Lieben Gruß
    Alex

    1. Hallo Alex,
      gegen den Strom schwimmen muss man auf alle Fälle und egal was passiert, man muss immer wieder aufstehen und weitermachen. Aber auch Disziplin und Durchhaltevermögen braucht man um seine Ziele zu erreichen. Sowas geht zwar nicht von heute auf morgen, aber jeden Tag ein bisschen besser:-)

      Danke für deine motivierenden Worte.

      Beste Grüße

      Manuela

    1. Hallo Michael,
      beruflich arbeite ich in der Buchhaltung, daneben hab ich (noch) einen kleinen Nebenjob. In der restlichen Zeit schreibe ich an meinen zwei Blogs.
      Finanziell beschäftige ich mich derzeit hauptsächlich mit Geldanlage, passives Einkommen und dem Money Mindset. Ich habe meine gesamten Finanzen in Ordnung gebracht, mir einen Finanzplan ausgearbeitet und nun arbeite ich auf meine finanziellen Ziele hin.

      Beste Grüße
      Manuela

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