Kassasturz – Kenne deine Ausgaben

Die Wenigsten von uns wissen, wie viel sie tatsächlich jeden Monat ausgeben. Hier mal ein paar Euro fürs Frühstücksbrötchen, da mal ein paar Scheine für neue Schuhe und dann noch die Ausgaben für Miete, Strom, Telefon, Internet etc. die jeden Monat automatisch abgebucht werden.

Wenn du deine Ausgaben nur schätzen kannst, weil du gar nicht genau weißt, wie viel du in Summe ausgibst, solltest du ab sofort deine Ausgaben aufschreiben.

Und genau hier liegt das Problem. Denn viele finden es mühsam und umständlich alle Ausgaben zu erfassen. Aber wenn du deine Finanzen in den Griff kriegen willst, ist es notwendig, deine Ausgaben zu kennen. Denk an dieser Stelle an ein Unternehmen. Auch ein Unternehmen muss seine Ausgaben erfassen um zu wissen, wieviel Personal, Miete, Strom etc. ausmachen, um die Ausgaben optimieren oder kürzen können.

Wie und wo willst du sparen, wenn du nicht weißt, wie viel du wofür ausgibst? Und glaub mir, du wirst überrascht sein, wie viel dein täglicher Latte-to-go aufs Jahr gerechnet kostet.

Wenn du jetzt noch nicht überzeugt bist, lass uns mal ein wenig rechnen, damit dir bewusst wird, wieviel du so nebenbei an Geld verbrauchst:

Jeden Morgen holst du dir einen Coffee-to-go für 3 €, 5 mal die Woche, 47 Wochen (52 Wochen -5 Wochen Urlaub).

3 € x 5 Tage = 15 €

15 € x 47 Wochen = 705 €

Pro Woche gibst du 15 Euro für deinen Frühstückskaffee aus, hört sich ja erstmal nicht so viel an, wenn du das Ganze dann mal 47 Arbeitswochen rechnest, kostet dich dein Kaffee satte 705 €! Wenn du dir zu deinem Kaffee noch ein Brötchen um 2,50 € kaufst, kommen im Jahr nochmal 587,50 € dazu, das sind zusammen fast 1.300 €. Das ist jede Menge Kohle, die du investieren könntest.

Hab ich dich endlich überzeugt deine Ausgaben aufzuschreiben? Super, dann lass uns loslegen.

Bei den Ausgaben unterscheidet man zwischen fixen Ausgaben und variablen Ausgaben.

Welche Fixkosten hast du?

Fixkosten sind jene Kosten, die regelmäßig in gleicher Höhe anfallen. Hierzu gehören Miete, Strom, Wasser, Fitnessstudio, Abos, Telefon, Internet, Versicherungen, Rundfunk, Kredit.

Sie werden dir (meist) monatlich abgezogen. Die Fixkosten kannst du einfach an deinem Kontoauszug ablesen. Zahlungen, die nur einmal im Jahr oder Quartalsweise anfallen, rechnest du aufs Monat um.

Welche variablen Kosten hast du?

Darunter fällt alles, was du neben den Fixkosten noch ausgibst und jeden Monat in unterschiedlicher Höhe anfällt. In diese Kategorie fallen Lebensmittel, Restaurantbesuche, Kleidung, Kosmetik, Urlaub, Friseur und alles weitere.

Wenn du nicht alles mit Karte zahlst, wird es schwierig ohne Aufzeichnungen zu wissen, wie viel du wofür ausgibst.

Wie du deine Ausgaben erfassen kannst

Es gibt verschiedene Möglichkeiten deine Ausgaben zu erfassen. Ich habe angefangen mit einem Haushaltbuch (das ist mind. 10 Jahre her), bin dann weiter über die Exceltabelle und verwende heute eine App.

Trage wirklich jede Ausgabe ein ohne Ausnahme. Am Ende des Monats schaust du dir dann die Summen an. Glaub mir, du wirst überrascht sein. Erst wenn du es schwarz auf weiß hast, wie viel du tatsächlich ausgibst, kannst du anfangen, deine Ausgaben in Frage zu stellen und runterzuschrauben.

Um einen Überblick über deine Ausgaben zu bekommen, solltest du die Ausgaben zumindest über mehrere Monate erfassen.

Das Haushaltsbuch

Die wohl altmodischte und umständlichste Art. Ich hab immer ein A5-Heft verwendet, welches in der Mitte geteilt war. Auf der einen Seite hab ich die Ausgabe und auf der anderen den Betrag aufgeschrieben.

Am Ende des Monats hab ich die Summen zusammengezählt und alles in eine Übersichtstabelle eingetragen. Auch wenn du jeden Abend deine Ausgaben einträgst, kann es passieren, dass du die ein oder andere Ausgabe vergessen hast.

Die Exceltabelle

Die Exceltabelle ist schon ein großer Fortschritt zum Haushaltbuch. Hier erstellst du dir einmal eine Vorlage die du dann entsprechend ausfüllst. Die Summen werden am Monatsende automatisch zusammengezählt und gleichzeitig in die  Jahresübersicht eingefügt.

Ein Minuspunkt ist allerdings, dass du die Ausgaben auch hier am Abend nachtragen musst und dann manche Ausgabe vergessen hast. In Excel gibt es sogar Haushaltsbuch-Vorlagen, die du nur noch ausfüllen brauchst.

Die App

Am einfachsten und praktischsten ist meiner Meinung nach eine Haushaltsapp. Ich verwende die App AndroMoney und bin zufrieden damit. Du kannst hier Ausgaben für Bargeld, Kreditkarte und Bank eingeben, eigene Kategorien anlegen und auch Budgets festlegen.

Du kannst auch Dateien exportieren und importieren. Du kannst also deinen Bankauszug als CSV-Datei in die App einfügen und sparst somit Zeit.

Anhand von Grafiken (Kreis-, Trend-, oder Balkendiagramm) kannst du dir für jeden Tag, Monat oder Jahr eine Übersicht über die Ausgaben und auch Einnahmen anzeigen lassen.

Ein großer Vorteil ist, dass du dein Handy immer dabei hast und so jede Ausgabe sofort eintragen kannst. Somit ist die Chance, dass du eine Ausgabe vergisst, sehr gering.

Ich persönlich verwende eine App, da ich das Handy immer dabei habe und so jede Ausgabe sofort aufschreiben kann.

Welche Vorteile es hat, deine Ausgaben zu kennen

  1. Du weißt, wann welche Kosten auf dich zukommen. Beispielsweise zahle ich meine Versicherungen einmal im Jahr im Juli. Ich habe mir ausgerechnet, wieviel mich die Versicherung jeden Monat kostet und lege diesen Betrag das ganze Jahr beiseite. Somit bin ich im Juli nicht überrascht, wenn die Versicherung die Beiträge abbucht.
  2. Du weißt, wieviel du für welche Bereiche ausgibst. Hättest du gedacht, dass du jeden Monat 200 € fürs außer Haus essen brauchst oder um 300 € Schuhe und Kleidung kaufst?
  3. Du kannst Angebote vergleichen. Du weißt, dass dir dein Handyvertrag pro Jahr 300 € kostet. Nun kannst du dir Angebote raussuchen und ausrechnen, wieviel du für einen anderen Vertrag zahlen würdest und zu günstigeren Angeboten wechseln.
  4. Du weißt wo du sparen kannst. Wenn du siehst, wieviel du monatlich für Kleidung ausgibst, fällt es dir leichter, darauf zu verzichten oder weniger auszugeben.
  5. Du siehst, ob du mehr ausgibst, als du verdienst. Wenn deine monatlichen Ausgaben höher sind als deine Einnahmen, gibst du mehr aus als du verdienst. Wenn das der Fall ist, solltest du sofort deine Ausgaben durchsehen und schauen, welche Ausgaben du kürzen oder streichen kannst. Lies dir dazu den Beitrag über die Gesetze des Geldes durch. Wie du sparen kannst, kannst du hier und hier nachlesen.
  6. Du weißt, welcher Betrag monatlich übrig bleibt. Wenn deine Einnahmen höher sind als deine Ausgaben, bist du schon mal auf einem guten Weg. Der Betrag der am Monatsende noch übrig bleibt, wird gespart und investiert.

Zusammenfassung:

  • Damit du Vermögen aufbauen kannst und finanziell unabhängig wirst, musst du deine Ausgaben kennen.
  • Erfasse für ein paar Monate, am Besten für immer, alle deine Ausgaben.
  • Trage deine fixen und deine variablen Kosten in ein Haushaltbuch, eine Exceltabelle oder eine Haushaltsapp ein.
  • Schau dir am Monatsende deine Ausgaben an und überlege dir, welche Ausgaben du kürzen oder streichen kannst.
  • Deine Einnahmen sollten stets höher sein als deine Ausgaben.
  • Geld, dass am Monatsende übrig ist, wird gespart und investiert.

2 Kommentare zu „Kassasturz – Kenne deine Ausgaben“

  1. Hallo Manuela,

    schöner Beitrag !

    Ich überlege schon ewig auch mal eine Haushaltsbuch-App zu testen. Bisher erfassen wir beide unsere Ausgaben am Ende des Monats in einem Excel-Sheet. Neben den Ausgaben, die wir den Kontoauszügen entnehmen, werte ich „Abhebungen“ als „Freizeit+Essensausgaben“ – im Nachhinein weiß ich aber natürlich nicht mehr, ob wir davon zwei Mal mehr etwas gemeinsam unternommen haben (bspw. Minigolfen) oder ich öfter Mittagessen kaufen musste, anstatt es von zuhause mitzunehmen. Um die Entwicklung des Vermögens zu Erfassen und etwas mehr Detail zu haben, notieren wir auch jedes Mal die aktuellen Konten- und Depotstände ganz genau.

    Um dies detaillierter zu betrachten, ist eine App sicher super. Vielleicht lade ich mir AndroMoney mal runter – ist die App denn kostenfrei?

    Viele Grüße
    Marielle

    1. Hallo Marielle,

      das mit dem Erfassen der Konten und Depotstände mache ich auch und find ich auch motivierend, wenn man sieht, wie das Vermögen wächst.
      Ich habe die kostenlose Version, die für mich vollkommen ausreicht. Es gibt auch eine Pro-Version, die € 3,69 kostet.

      Da ich meine Ausgaben sehr gut kenne, verwende ich die App zurzeit nur für Barzahlungen. Einmal im Jahr mach ich dann eine Aufstellung, wo ich alle Ausgaben erfasse. Das reicht mir im Wesentlichen, um die Kosten im Blick zu behalten.

      Liebe Grüße
      Manuela

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