Die 6 Säulen der Finanzplanung

Du hast dir vorgenommen, dich um deine Finanzen zu kümmern. Du hast dich durch zahlreiche Finanzblogs gewühlt und dir jede Menge Tipps zusammengesucht.

Allerdings hast du keinen Plan wo du anfangen sollst und wie du dabei am geschicktesten vorgehst.

Auch ich war anfangs komplett übefordert. Ich hatte lange Zeit keinen Plan und bin deshalb auch ewig nicht ins Handeln gekommen.

Dadurch habe ich viel Zeit verplempert, in der mein Geld schon längst für mich arbeiten hätte können.

Erst, als ich mir einen Plan, oder besser gesagt, einen Leitfaden erstellt hatte, fing ich an, eins nach dem anderen umzusetzen.

Viele kommen lange nicht ins Handeln, weil sie vor lauter Chaos gar nicht wissen, wo sie zuerst anfangen sollen.

Die diversen Finanzbücher – und Blogs tragen dann noch zu einer weiteren Überforderung bei, da man die Hälfte aufgrund der Fachbegriffe gar nicht versteht.

Bevor du an dieser Stelle deine Finanzen beiseite schiebst nach dem Motto: Darum kümmer ich mich irgendwann mal, ist es besser, du erstellst dir einen Plan und gehst anschließend Schritt für Schritt vor.

Besser ist es immer noch, du tust ständig etwas für deine finanzielle Zukunft, als du schiebst es solange auf, bevor es zu spät ist und du dir dann denkst: hätte ich doch.

Von einem Hätte ich doch, passiert nichts. Du musst schon aktiv etwas dafür tun.

Und damit dir der Start leichter fällt und dir deine Finanzen Spaß machen, habe ich im heutigen Beitrag eine Übersicht über die 6 Säulen, in die ich meine Finanzen aufgeteilt habe.

Du findest auch immer ein paar To-Do´s, damit du keine Ausrede mehr hast nicht ins Handeln zu kommen.

Nimm dir jeden Tag ein paar To Do´s vor und du wirst innerhalb kurzer Zeit erste Erfolge sehen.

Und was macht bitte mehr Spaß, als am Ende vom Monat noch Geld übrig zu haben:-)

Die 6 Säulen der Finanzplanung

Säule 1: Wo stehe ich finanziell im Moment?

Zu Beginn ist es wichtig, dass du weißt, wie deine momentane finanzielle Situation aussieht.

Wenn du deine derzeitige finanzielle Lage kennst, fällt es dir leichter, gezielte Maßnahmen zu setzen, um deine Situation zu ändern.

Wenn deine Unterlagen das reinste Chaos sind, dann bringe Ordnung rein. Wie du am Besten vorgehst, habe ich in diesem Beitrag beschrieben.

Nachdem du alles geordnet hast, schaffst du dir einen Überblick über deine derzeitigen Einnahmen, Ausgaben, deine Schulden und dein Vermögen.

Wie du deine Ausgaben erfassen kannst und warum das so wichtig ist, habe ich hier beschrieben.

Eine Vermögensaufstellung dient dazu, dein Vermögen (Cash, Wertpapiere, Edelmetalle, Immobilien etc.) und deine Schulden gegenüber zu stellen und dein Nettovermögen zu ermitteln.

Nimm dir Zeit, um alles zu erfassen und dir einen Überblick zu verschaffen.

In meinem E-Book findest du eine Vermögensaufstellung, eine Einnahmen/Ausgaben-Rechnung und viele Tipps. Hier kannst du es dir kostenlos holen.

Wenn du Schulden hast, schreibe auf, wo und wieviel du welchem Gläubiger schuldig bist.

Egal wie gut oder schlecht deine Ausgangssituation ist, du kannst sie ändern, wenn du bereit bist, etwas dafür zu tun.

To Do:

  • Sortiere deine Unterlagen
  • Erfasse deine Einnahmen und Ausgaben (schummeln verboten!!)
  • Mache eine Vermögensaufstellung
  • Erstelle eine Liste mit deinen Versicherungen/Verträgen und schreib dir die Kündigungsfristen dazu.
  • Erfasse deine Schulden. Schreibe dir die Gläubiger auf, und den Betrag, denn du schuldig bist.

Säule 2: Was ist mein finanzielles Ziel?

Nachdem du dir einen finanziellen Überblick über deine Situation geschaffen hast, mache dir bewusst, dass dieser Überblick nur deine momentane Situation widerspiegelt.

DU kannst diese Situation verändern, wenn du die Verantwortung dafür übernimmst. Gib diese Verantwortung nicht ab, indem du deinen Expartner, deine Eltern, deinen Arbeitgeber oder den Staat die Schuld an deiner finanziellen Situation gibst.

Du allein hast dich in diese Situation gebracht und du alleine kannst diese auch wieder ändern.

Akzeptiere deine momentane Situation, egal wie gut oder schlecht diese im Moment ist. Sei dir aber bewusst, dass du es in der Hand hast, wie du in Zukunft leben möchtest.

Schreibe dir auf, wie dein ideales Leben aussieht. Wie willst du leben? Was willst du tun? Wo willst du leben und wie sieht dein perfekter Tag aus? Fang an, aus deinen Träumen Ziele zu erschaffen, indem du dir bewusst wirst, dass du heute den Grundstein dafür legen kannst.

Also, welche Ziele hast du?

Willst du bis zu deinem 35. Geburtstag schuldenfrei sein, mit 50 in Pension gehen oder im Alter ein Zusatzeinkommen zur Pension in Form von passiven Einkommen haben?

Wie du dein finanzielles Ziel formulierst und planst, kannst du hier nachlesen.

Ich habe mir zu den einzelnen Punkten immer meine persönlichen Notizen gemacht und diese schriftlich festgehalten. Allerdings bringt es nichts, wenn du dir nur Gedanken über deine finanzielle Zukunft machst, es ist auch wichtig, dass du ins Handeln kommst.

To Do:

Säule 3: Welches Wissen brauche ich, um mein Ziel zu erreichen?

Nachdem du deinen Status Quo in Schritt eins erfasst hast und dir im zweiten Schritt deine Zukunft ausgemalt hast, geht es im nächsten Schritt darum, was du brauchst, um dein Ziel zu erreichen.

Dazu musst du dich weiterbilden. Denn deine Entscheidungen triffst du nach dem, was du im Moment weißt. Wenn du keine Ahnung hast, wie man investiert, dann eigne dir das Wissen an.

Wissen ist Macht und etwas, dass dir keiner nehmen kann! Man kann niemals zu viel wissen.

Wenn dein Ziel ist, deine Schulden loszuwerden, dann musst du lernen, wie man mit Geld umgeht. Ohne in dein Humankapital zu investieren, wird sich deine Situation nicht verändern.

Es gibt unzählige Finanzbücher – und Blogs. Du kannst auch Podcasts zum Thema Finanzen hören.

Auch auf Youtube findest du Videos zum Thema.

Beschäftige dich auch mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung und Glaubenssätzen. Neben fehlendem Finanzwissen sind es oft auch negative Glaubenssätze aus deinem Umfeld, die dich daran hindern, etwas zu ändern.

Wenn du negative Glaubenssätze zu Geld hast, finde heraus woher diese kommen und ob diese der Wahrheit entsprechen.

Warum willst du Geld haben, wenn du es als unwichtig betrachtest? Denk an Beziehungen.

Deine beste Freundin behandelst du doch auch mit Respekt und Wertschätzung. Behandle Geld wie deine beste Freundin, dann wird es auch zu dir kommen.

Empfehlenswerte Bücher:

  • So denken Millionäre
  • Denke nach und werde reich (hier gehts zum Beitrag)
  • Rich Dad, Poor Dad
  • Der reichste Mann von Babylon (hier gehts zum Beitrag)

To Do:

Säule 4: Welche Ausgaben sind nötig, wo kann ich sparen?

Schnapp dir deine Ausgabenliste, die du zu Beginn geschrieben hast. Sie dir nun diese Liste mal genau an.

Welche Ausgaben davon sind wirklich nötig und bei welchen Ausgaben kannst du einsparen.

Du musst jetzt nicht gleich Minimalistin werden, dennoch gibt es immer Ausgabenposten, die man einsparen kann, ohne auf etwas verzichten zu müssen.

Ich habe beispielsweise mein Girokonto bei der Hausbank gekündigt und spare nun jährlich 100 € an Gebühren.

Seih hier ehrlich zu dir selber. Brauchst du wirklich noch eine 6. Hose und das 55. T-Shirt?

Wie sieht es mit Handytarif, Strom und Versicherungen aus? Gibt es günstigere Verträge oder kannst du vielleicht die ein- oder andere Versicherung komplett auflösen, weil du sie gar nicht brauchst (Handyversicherung,…)?

Die wichtigsten Versicherungen sind beispielsweise Unfallversicherung, Haushaltsversicherung, Rechtschutzversicherung.

Wenn du einen Mitgliedsbeitrag fürs Fitnessstudio bezahlst, in dass du nie gehst, kündige den Vertrag.

To Do:

  • Kontrolliere deine Ausgaben
  • Kündige alle Abos, die du nicht (mehr) in Anspruch nimmst
  • Kontrolliere alle Versicherungen und behalte nur die Wichtigsten.
  • Vergleiche Versicherungen, Strom, Handy, Internet und wechsle zu einem günstigeren Anbieter.
  • Schau dir auch deine täglichen Ausgaben an und streiche alles, was nicht unbedingt nötig ist. (Beauty-Ausgaben, Girokonto)
  • Verkaufe/verschenke Sachen, die du nicht mehr brauchst (Ausmisten Teil 1, Teil 2, Teil 3)

Säule 5: Wie kann ich mein gespartes Geld vermehren?

Zuerst einmal spare dir eine eiserne Reserve an. Diese sollte ungefähr drei bis sechst Monatsgehälter groß sein.

Diese Reserve dienst für Notfälle, also wenn plötzlich dein Kühlschrank kaputt wird oder dein Auto eine größere Reparatur hat.

Wenn du diese eiserne Reserve aufgebaut hast, kannst du alles weitere für deinen Vermögensaufbau verwenden.

Eigne dir Wissen rund ums investieren in ETF´s, Aktien, Immobilien, Crowdinvesting etc. an.

Überlege dir, wie viel du monatlich investieren kannst und wie du dein Geld anlegen willst. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten.

Informiere dich ausgiebig, bevor du in etwas investiert. Investiere in nichts, was du nicht verstehst.

Lege dir ein Musterdepot für ETF´s und/oder Aktien an. Ein Musterdepot hilft dir, zu verstehen, wie das ganze funktioniert ohne richtiges Geld zu investieren.

Indem du dein Geld investierst, kann es für dich arbeiten. (Zinseszins). Investiere dein Geld in verschiedene Anlageklassen um das Risiko zu streuen.

To Do:

  • Informiere dich über die verschiedenen Anlageklassen (z.B. Crowdinvesting Teil 1, Teil 2)
  • Wie viel kannst du im Monat investieren?
  • Wie willst du dieses Geld investieren?
  • Wie lange willst du es investieren?

Säule 6: Wie kann ich mehr Geld verdienen?

Wenn du an den ersten 5 Säulen gearbeitet hast, bist du schon weiter, wie die meisten Anderen. Du hast deine Unterlagen geordnet, dein Ziel festgelegt, unnötige Ausgaben gestrichen und arbeitest an deinem Vermögensaufbau.

Wenn du jetzt noch an deinem Einkommen arbeitest, kannst du noch schneller Vermögen aufbauen. Deshalb überlege dir in diesem letzten Schritt, wie du deine Einnahmen erhöhen kannst.

To Do:

  • Frage nach einer Gehaltserhöhung
  • Suche dir einen Nebenjob
  • Hast du schon mal überlegt, dich nebenbei selbständig zu machen und deine Ideen und Projekte umzusetzen?
  • Kannst du eine Weiterbildung besuchen, die dich im Job weiterbringt?

Nach diesen 6 Säulen bin ich vorgegangen. Natürlich kann man überall noch hunderte To Do´s hinzufügen würde dann aber diesen Beitrag sprengen.

Dieser Beitrag soll dir helfen, am Anfang der Finanzplanung einen Überblick zu bekommen und ins Handeln zu kommen. Wichtig ist, dass du anfängst, und deine Finanzplanung nicht auf später verschiebst.

Auch wenn du nur kleine Schritte machst, ist es immer noch besser, als wenn du gar nichts machst.

3 Kommentare zu „Die 6 Säulen der Finanzplanung“

  1. Hallo Manuela,

    wow! Ein super aufschlussreicher und ausführlicher Artikel.

    Obwohl ich mich auch schon länger mit meinen Finanzen beschäftige konnte ich noch ein, zwei Tipps mitnehmen.

    Du erklärst es wunderbar, sodass es glaube ich jeder verstehen kann.

    Ich würde persönlich aber noch Punkt 3 und 4 tauschen, da die Ausgaben schnell gekürzt werden können (du hast ja im ersten Schritt eine Auflistung gemacht). Aber das ist glaube ich nur eine persönliche Entscheidung.

    Beste Grüße

    Björn

    1. Hallo Björn,
      vielen Dank.Ja, da hast du Recht, Punkt 3 und 4 kann man natürlich auch tauschen. Das kann man man dann persönlich entscheiden. Wichtig ist vorallem, dass man ins Handeln kommt:-)
      Beste Grüße
      Manuela

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