9 Tipps für einen besseren Umgang mit Geld in der Partnerschaft

Du hast wieder mal den Wocheneinkauf bezahlt und die Kinotickets von letzten Samstag gingen auch auf deine Kappe.

Dich plagt das unangenehme Gefühl, dass du viel mehr bezahlst als dein Partner und er auf deine Kosten lebt?

Das Thema Geld ist dir unangenehm und du weißt nicht wie du das Thema ansprechen sollst?

Du willst die Beziehung schließlich nicht wegen dem Thema Geld belasten?

Dann solltest du jetzt mal gut aufpassen. Geld ist der Trennungsgrund Nummer eins. Und wenn du in einer intakten Beziehung nicht über Geld sprechen kannst, dann ist das ein riesiges Problem.

Geld ist allgegenwärtig und jeder nutzt es täglich. Wenn du dich ungerecht behandelt fühlst, sprich es an.

Ansonsten kochen irgendwann die Emotionen hoch, weil du das Gefühl hast, du bist der Geldesel in der Beziehung.

Bevor du einen Streit vom Zaun brichst, sprich das das Thema in einer angenehmen Atmosphäre an.

Warum Geld in vielen Beziehungen noch immer ein Tabuthema ist

In vielen Beziehungen ist das Thema Geld nach wie vor ein Tabu und kommt selten oder im schlimmsten Fall gar nicht zur Sprache.

Oftmals wird das Thema erst angesprochen, wenn das Paar vor der Scheidung oder Trennung steht.

Doch warum ist das so? Warum wird noch immer so selten offen über Geld gesprochen?

Wenn du unsere Gesellschaft beobachtest, ist dir sicherlich schon aufgefallen, das Geld in jeder Hinsicht ein Tabuthema ist.

Oder kennst du die Gehälter deiner Kollegen, Freunde oder Verwandten? Sprichst du jemanden auf sein Gehalt an, bekommst du eher böse Blicke zugeworfen anstatt einer ehrlichen Antwort.

Hier merkt man schon, dass viele nicht gerne über Geld reden. Aufgrund dessen reden viele auch gar nicht erst mit dem Partner, weil sie meinen, sowieso keine Antwort zu bekommen.

Immer wieder erlebe ich bei Gesprächen mit Freunden, dass das Thema Geld nur sehr selten in der Beziehung angesprochen wird.

Viele Frauen glauben, dass ein Gespräch über Geld ihrer Liebe schaden kann. Solange die Gefühle stark genug sind, muss man nicht über Geld sprechen. So die Annahme.

Oder aber auch, dass einem der Partner das übel nimmt, wenn man das Wort Finanzen zur Sprache bringt.

Dabei spielt Geld in Beziehungen und im Alltag eine große Rolle. Meist merkt das Paar das erst, wenn sie vorm Scheidungsrichter um die Aufteilung des gemeinsamen Vermögens streiten.

Ein weiterer Grund kann in der Kindheit liegen. Überlege mal, wie deine Eltern mit dem Thema Geld umgegangen sind?

Haben sie offen darüber gesprochen oder war es ebenfalls ein Tabu über Geld zu sprechen?

Wir wissen ja, dass wir viel von unseren Eltern übernehmen. Und so ist es sehr wahrscheinlich, dass du auch den Umgang mit Geld von deinen Eltern übernommen hast.

Auch die Geschichte trägt dazu bei, dass sich viele Frauen beim Thema Geld nicht wohlfühlen.

So darf eine Frau in Österreich erst seit 1957 ein eigenes Konto eröffnen und ab 1975 ohne Zustimmung des Mannes arbeiten (Quelle: Wikipedia).

Viele haben es von der Mama oder der Großmutter noch mitbekommen, dass der Mann das Geld verwaltet.

Die Zeiten haben sich zwar verändert, dennoch haben viele Frauen die Einstellung der vorigen Generationen übernommen.

Geld ist Männersache und in einer Ehe gehört uns sowieso alles gemeinsam. Finanzthemen sind langweilig und die Pension liegt noch Jahrzente entfernt.

Frauen wollen Gleichberechtigung, und deshalb müssen sie sich auch selbst um die finanzielle Zukunft sorgen. Dafür ist weder der Partner noch der Staat zuständig.

Viele kümmern sich erst darum, wenn die Beziehung in die Brüche geht und sie merken, dass sie vor dem finanziellen Ruin stehen.

Du kannst über Liebe so romantisch denken wie du willst. Aber du sollst nicht romantisch sein, wenn es ums Geld geht.

George Bernard Shaw

Warum du die Finanzplanung nicht deinem Partner überlassen solltest

Wenn du dich beim Thema Geld auf den Partner verlässt und ihr auch nicht darüber sprecht, kann das ziemlich in die Hose gehen.

Du weißt, dass du als Frau fürs Alter vorsorgen musst, um nicht in die Altersarmut zu rutschen und erwähnst es bei deinem Partner.

Dieser denkt aber nur ans schöne Eigenheim, auf das er spart. Du sprichst das Thema nicht weiter an.

Jahre später kommst du mit einer Freundin ins Gespräch und sie erzählt dir, dass sie sich bereits ein kleines Vermögen für später aufgebaut hat.

Zuhause sprichst du mit deinem Partner. Es stellt sich raus, dass er dein ganzes Geld nicht in deine Altersvorsorge, sondern in die Renovierung des Hauses gesteckt hat.

Wenn du jetzt auch noch einige Jahre aufgrund der Kindererziehung zu Hause warst, sieht es für deine Zukunft düster aus.

Deshalb überlass die Finanzplanung nicht nur deinem Partner. Finanzplanung ist immer auch eine Lebensplanung.

Deshalb rate ich dir zum Drei-Konten-Modell, welches ich in diesem Beitrag bereits vorgestellt habe.

9 Tipps für einen besseren Umgang mit Geld in der Beziehung

1. Sprecht offen und ehrlich über Geld

Wenn ihr über Geld sprecht, sprecht offen und ehrlich miteinander. Wenn es dir schwerfällt, das Thema anzusprechen, sprich es bei einem gemütlichen Spaziergang in Ruhe an.

Frage deinen Partner, wie er über das Thema Geld denkt und welche finanziellen Ziele er hat.

Erst in einem offenen Gespräch erfährst du, was deinem Partner wichtig ist und welche Interessen er verfolgt.

Es bringt nichts, wenn du deinem Partner verschweigst, dass du anstatt eines neuen gemeinsamen Autos, das Geld lieber in deine finanzielle Vorsorge stecken willst.

Erzähle ihm von deine Ängsten und Gefühlen. Wenn du dich ungerecht behandelt fühlst, weil du das Gefühl hast, du bezahlst mehr, sprich es an.

2. Schafft Vertrauen im Umgang mit Geld

Der stressfreie Umgang gelingt nur, wenn ihr euch gegenseitig vertraut.

Das heißt auch, dass beide auf das gemeinsame Konto zugreifen können, beide Kontoinhaber sind und dass ihr das gemeinsame Geld auch wirklich nur für gemeinsame Ausgaben verwendet.

3. Sprecht offen über eure Wünsche und Ziele

Jeder hat seine individuellen Ziele und Wünsche. Besprecht eure Wünsche und Ziele und was euch wichtig ist.

Dem Einen ist ein gemeinsamer Urlaub wichtig, der Andere gibt sein Geld lieber für ein Möbelstück aus.

Schreibt auf, was euch in Zukunft wichtig ist und findet gemeinsame Ziele.

4. Besprecht größere Anschaffungen miteinander

Wenn es um größere Anschaffungen geht, die ihr gemeinsam bezahlt, besprecht diese Anschaffung.

Entscheide nicht über den Partner hinweg. Wenn sich dein Partner bisher um eure Finanzen und Anschaffungen gekümmert hat, dann bring dich ein.

Es ist auch dein Geld, also kümmere dich auch darum, wo es hinkommt und was damit passiert.

5. Nutzt das Drei-Konten-Modell

Ich habe das Drei-Konten-Modell bereits in diesem Beitrag erklärt. Es geht darum, dass es ein gemeinsames Konto für alle gemeinsamen Ausgaben gibt.

Gleichzeitig hat jeder auch ein eigenes Konto. Jeder zahlt seinen Anteil an den gemeinsamen Kosten auf das Gemeinschaftskonto.

Mit dem restlichen Geld kann jeder tun was er will ohne Rechenschaft ablegen zu müssen. Beispielsweise kannst du dieses Geld in deine finanzielle Vorsorge stecken.

6. Sucht gemeinsam nach Lösungen

Wenn es finanzielle Probleme gibt, setzt euch zusammen, sprecht darüber und findet gemeinsam eine Lösung.

Wenn du einen Schuldenberg hast, sprich mit deinem Partner darüber anstatt immer weiter in die Schuldenspirale zu geraten.

Zu zweit ist es immer einfacher, eine Lösung zu finden.

7. Unterstützt euch gegenseitig

Ihr habt beschlossen, ein gemeinsames Kind zu bekommen und du bleibst erstmal beim Baby zuhause.

Vergiss nicht, dass ihr über deine Altersvorsorge sprecht und wie diese aussehen soll.

Während du daheim bist, zahlst du nichts ins Pensionssystem ein, während dein Partner Karriere macht.

Es ist nur fair, wenn er für dich in eine Altersvorsorge einzahlt, solange du nicht Vollzeit arbeiten kannst. Dafür kümmerst du dich um die Erziehung und den Haushalt.

Wenn er nicht einverstanden ist, rechne ihm aus, wieviel es kostet, wenn du arbeiten gehst und er eine Putzfrau, Köchin, Kinderbetreuung,…bezahlen muss.

Das gilt natürlich auch umgekehrt.

8. Geht Kompromisse ein, die für Beide in Ordnung sind

Eine Beziehung bedeutet auch immer Kompromisse. Wichtig ist, dass ihr Lösungen findet, die für beide in Ordnung sind.

Wenn er das Haus abbezahlen will, du jedoch in den Urlaub fahren willst, wäre eine Lösung, dass ihr anstatt zwei Wochen nach Thailand zu fliegen, nur 5 Tage Urlaub macht und den Rest des gesparten Geldes in die Rückzahlung des Kredites steckt.

Dir ist die neue Couch zu teuer? Dann sage es und sucht nach einer günstigeren Variante.

Sage, wenn du dir dieses oder jenes nicht leisten willst anstatt es wortlos hinzunehmen und Geld auszugeben, für etwas was du nicht willst.

9. Beschäftigt euch regelmäßig mit euren Finanzen

Es reicht nicht, einmal über die gemeinsamen Finanzen zu sprechen. Setzt euch regelmäßig, beispielsweise einmal im Monat, zusammen und sprecht über eure Ausgaben des letzten Monats und welche Ausgaben im nächsten Monat anfallen.

Sucht gemeinsam nach günstigeren Versicherungen und Tarifen und versucht gemeinsam zu sparen und investieren.

Ihr lernt den Partner und seine Wünsche dadurch viel besser kennen. Und ihr wisst, was mit eurem Geld passiert und steht bei einer Trennung nicht vor bösen Überraschungen.

 

Dieser Beitrag entstand im Rahmen der Blogparade „Geld und Partnerschaft“ von Klunkerchen. Die Blogparade läuft noch bis 30.09.2017.

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2 Kommentare zu „9 Tipps für einen besseren Umgang mit Geld in der Partnerschaft“

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